Am 7. Oktober 1911 kamen die ersten beiden Schwestern in die Dult um die Sorge für die am Erholungsheim „Maria Rast“ beschäftigten Arbeiter zu übernehmen. 1912 wurde der Bau erweitert, in der Mitte desselben fand die Hauskapelle ihren Platz, wo sie noch heute steht. Schon im darauffolgenden Jahr wurde das neugebaute Haus eingeweiht und konnte 50-60 Schwestern Platz zur Erholung bieten. Ebenso wurde ein Grundstück für einen eigenen Friedhof erworben. 1915 fand bereits das erste Begräbnis statt.
Um das Jahr 1940, als die deutschsprachigen Schwestern Jugoslawien verlassen mussten, wurde das Haus bis auf den letzten Platz vergeben. Die Bedrängnisse und Schrecken des Krieges blieben auch den Schwestern nicht erspart. Es wurde schon von Enteignung der klösterlichen Besitzungen gesprochen. In Herrn Wultsch fanden die Schwestern einen starken und treuen Helfer, der ihnen mit Rat und Tat in dieser schwierigen Zeit zur Seite stand und ihnen half die Schwierigkeiten zu meistern.
1943 war die Schwesternzahl auf 109 angestiegen.Der Platzmangel wurde immer drückender.
1966 wurde mit einem Um- und Zubau, und der Vergrößerung der Kapelle begonnen. Eine Lautsprecheranlage wurde installiert, sie überträgt die Gottesdienste und Gebete im ganzen Haus.
Am 18. September 1970 wurde die neue Kapelle, so wie wir sie heute kennen, eingeweiht. In all den Jahren ihres Wirkens war es den Schwestern ein Anliegen mit und bei den Menschen zu sein. Das wurde deutlich etwa bei Besuchen von älteren und kranken Menschen sowie im gemeinsamen Feiern, der „Dulter“ im Advent im Kloster. Als die Zahl der Schwestern, aber auch deren Kräfte auf Grund des Alters abnahm, wurde aus dem „Gehen“ zu den Menschen ein „Öffnen“ des Hauses für die Menschen.
So wurde ab März 2022 ein Trakt des Hauses für ukrainische Vertriebene zur Verfügung gestellt. Die Kapelle ist für viele Menschen der Umgebung und darüber hinaus zu einem Ort des Auftankens und Kraft Schöpfens beim gemeinsamen Feiern und Beten geworden.
Wir sind niemals am Ziel, sondern immer auf dem Weg“, sagte der heilige Vinzenz von Paul, unser Gründer. Und dieser Weg ist immer ein Weg mit Gott. Wenn das Wirken der Barmherzigen Schwestern hier in der Dult, Maria Rast auch zu Ende geht, so doch nicht die Verbundenheit im Gebet mit den Menschen in der Dult, in Gratkorn und darüber hinaus.
Ich hoffe, dass der Same, den die Schwestern in diesen Jahren in vielfacher Form ausgestreut haben, auch in Zukunft seine Früchte trägt.
Sr. Roswitha Bauer