Am 27. September feierten wir unseren Ordensgründer den Hl. Vinzenz v. Paul. Schon Tage vorher feierten wir mit den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der VinziWerke. Denn sie tragen mit uns das Erbe des vinzentinischen Geistes weiter. Viele sind unserer Einladung gefolgt und sie freuten sich sehr über die stimmungsvolle Feier in der Kirche. Das Thema war "Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden".
Einige Gedanken dazu:
Jesus fordert uns auf, mit dieser positiven Grundhaltung dem Nächsten zu begegnen. Nicht am Äußerlichen hängen bleiben sondern das Gute im Menschen zu entdecken. Mit dem Herzen sehen, so wie es uns auch Vinzenz v. Paul vorgelebt hat. Ich denke, wenn wir an unser Leben, an unsere Begegnungen und Beziehungen denken, dürfen wir uns freuen, dass so viel Gutes geschieht, dass wir für viele Menschen Licht und Hoffnung sind. Andererseits wissen wir auch dass uns Situationen oft herausfordern, dass wir das Gute wollen aber dass es uns nicht immer gelingt. Jesus aber streckt uns immer wieder neu seine Hand entgegen hat ein Herz für uns und ermutigt uns immer wieder neu zu beginnen.
Auch Jesus sagt uns:
„Was ihr den geringsten Brüdern und Schwestern getan habt,
das habt ihr mir getan.
Vinzenz v. Paul sagt uns: „Selig diejenigen, die den kurzen Augenblick nutzen, um Erbarmen zu üben.“ Und das Erbarmen, die Liebe die wir üben soll in Taten sichtbar sein. Liebe sei Tat auch eine Aussage von Vinzenz.
Das wird in den Werken der Barmherzigkeit (Mt 25) ganz konkret.
„ich war hungrig,
und ihr habt mir zu essen gegeben;
ich war durstig,
und ihr habt mir zu trinken gegeben,
Vinzenz hatte großes Mitleid für Menschen die hungern und dürsten, einen Unterschied der Person gab es nicht. Er sorgte dafür, dass sie Brot, Suppe und Fleisch bekamen. Auch den Durchreisenden gab er Brot und Geld. Er nahm wahr wonach der Mensch im Tiefsten hungerte. Er sorgte sich auch um das seelische Wohl.
ich war fremd und obdachlos,
und ihr habt mich aufgenommen;
Damals wie heute sind viele Menschen fremd und obdachlos. Auch Vinzenz kümmerte sich um viele Menschen die wegen ihrer Treue zum katholischen Glauben von England nach Frankreich flüchten mussten. Auch Priester und Bischöfe suchten bei ihm Hilfe und Trost.
ich war nackt,
und ihr habt mir Kleidung gegeben;
Aus Paris und Umgebung kamen viele verschämte Arme zu Vinzenz. Auch sie schickte er nicht weg. Vinzenz beschützte einen armen Handwerker, der von sieben Soldaten angegriffen und verfolgt wurde. Während alle anderen flohen, ging Vinzenz furchtlos auf sie zu und deckte mit seinem eigenen Körper den Verletzten. Die Soldaten waren erstaunt über den Mut und die Liebe dieses Priesters Vinzenz.
ich war krank,
und ihr habt mich besucht;
Überall wo Vinzenz hinkam, besuchte er die Armen und Kranken. Er wusste, dass der Besuch allein schon ein Trost ist. Den Frauen der Caritas machte er es zur Pflicht, die Kranken zu besuchen und ihnen ein gutes Wort zu sagen, sie zu trösten und aufzuheitern.
ich war im Gefängnis,
und ihr seid zu mir gekommen.“
Zur Zeit des hl. Vinzenz wurden in Paris die Sträflinge auf eine Ruderbank gekettet, sie waren den Händen von Menschen überlassen die nicht das geringste Mitleid hatten. Vinzenz sagte: welch ein Glück diesen armen Strafgefangenen zu dienen. Und er ließ sich für einen Sträfling an die Ruderbank ketten.
Vinzenz sagt: „Gott liebt die Armen und Gott lebt in den Armen. Ob wir den Kranken, den Obdachlosen, Gefangenen oder Kindern begegnen, wir werden immer Gott begegnen. Und das gilt für alle die sich so eifrig für die Armen und Bedürftigen einsetzen.